Pfffff wie Pitcheritis…

Heute habe ich den Ausgang einer weiteren üblen Form des Morbus Pitcheritis erleben dürfen. Und wie so oft war es eine eindrucksvolle Beweiskette dafür, dass kluge Menschen wie Mirko Kaminski (“Liebes Unternehmen X, da mache ich nicht mit”) oder auch Stefan Zschaler mit seinem letzten Blogbeitrag zur Pitcherei einfach uneingeschränkt Recht haben!

Wenn ein Kunde mit einem Briefing ankommt, das in seinem Inhalt jeder Minute der langjährigen Erfahrung mit diesem Kunden widerspricht…

Wenn der Kunde ohne ersichtlichen Grund nur zwei karge Wochen Zeit gibt für die Ausarbeitung eines ganzheitlichen Kommunikationskonzeptes…

Wenn für Gestaltung nur ein einziges Artwork geliefert wird, das noch dazu 1. ungeeignet ist und 2. nur bis 6 Monate vor Kampagnenstart verwendet werden darf…

Wenn der Pitch “aus Prinzip” mal wieder unbezahlt ist…

Wenn man aus den letzten Pitch-Erfahrungen eigentlich schon weiß, dass es wieder nicht gutgehen wird, weil der Pitch nicht fair abläuft…

Wenn man dann im Gespräch mit dem Kunden die Zweifel äußert und er mit großen Versprechungen und reichlich Bart um den Honig (?) diese zerstreut und geradezu darum bittet, doch an dem Pitch teilzunehmen…

DANN, VERDAMMT NOCH MAL, SOLLTE MAN ENDLICH MAL DIE EIER HABEN, SO EINEN SCHEISSPITCH ABZUSAGEN!!!

Denn sonst hört man im Nachhinein wieder nur das ewige Rumgesülze. Im schlimmsten Fall hanebüchene Ausreden (“irgendwie hätten wir uns ein paar slicke Layouts und einen wirklich griffigen Claim erwartet”, nachdem im Briefing ausdrücklich nur Konzept gefragt ist, nachdem im Nachfragegespräch ausdrücklich gesagt wird, dass natürlich keine Layouts und Texte erwartet werden, schließlich gäbe es ja auch keinerlei Material).

Dann hört man, dass “irgendwie die Klammer für das Ganze fehlte”, obwohl in der Präsentation die Klammer, die durch alle Kanäle hindurch durchdekliniert ist, das Element ist, das am weitesten im Vordergrund steht und sogar die äußere Form der Präsentation bestimmt hat.

Und dann ärgert man sich unendlich über die eigene Blödheit, doch wieder mal auf diesen ganzen großen Scheiß hereingefallen zu sein.

So wie ich heute…

Wenigstens kann ich noch sagen, ich hätte es ja von Beginn an gesagt und deshalb auch von Beginn an empfohlen, gar nicht erst anzutreten. Aber diese Entscheidung lag leider nicht bei mir. Nur die Arbeit, die habe ich gemacht. Ein toller Trost also.

Und was lerne ich daraus? Weitermachen, alles geben und daran arbeiten, dass die Entscheidung künftig eben doch bei mir liegt. Dann werde ich vom Morbus Pitcheritis ein für alle Mal geheilt sein…

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