Froschperspektive

Immer wieder wird bei Kundenkorrekturen gern das Argument eingesetzt, dass ja auch die Dummen wirklich die Botschaft verstehen müssen. Abgesehen davon, dass diese Aussage an sich schon riskant ist – siehe Schleckers Shitbrise in Sachen neuer Slogan – halte ich es auch für falsch, die Klugen unter den Kunden ständig mit platten Holzhammerbotschaften zu brüskieren.

Wer ständig Botschaften sendet, die über das Niveau der Bild Zeitung nicht hinauskommen, begibt sich auf Dauer mit seiner Marke auf eben dieses Niveau herab. Und wundert sich dann, wenn von dort unten nur noch eine Froschperspektive eingenommen werden kann.

Wer seiner Marke auf Dauer Strahlkraft verleihen will, orientiert sich vielmehr am oberen Ende der Niveauspanne. Und nimmt so eine Vorbildfunktion ein, statt sich seinen Kunden anzubiedern, sie im Zweifel sogar zu ärgern.

Denn wer ständig von unten schauen muss, wo es langgeht, bekommt auf Dauer Nackenschmerzen.

2 Gedanken zu “Froschperspektive

  1. Die Konsenssucht wässert den Sumpf der Beliebigkeit – und darin geht die Marke baden. Ist das eigentlich ein typisches Phänomen in Großkonzernen, in denen niemand mehr selbstständig entscheiden darf/kann? Und wo auch keiner länger als drei, vier Jahre bleibt – und sich natürlich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen möchte. Wie auch immer: ich arbeite in der falschen Branche. Klassische Werbung ist nur noch eine Form von Aussichtsbeschaffungsmaßnahme für die Blöden. Die Klugen schalten weg oder blättern um. Und aus der Froschperpektive wird bald die Wurmperspektive. Damit sind die Unternehmen da, wo die meisten Werber schon sind: im Rückragtlosen Raum. Danke, für den prägnanten und anregenden Artikel, Sven

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